vlbnet logo

vlb Junges Netzwerk in Baden-Württemberg

Mal schnell zum Telefonhörer greifen, mit einer kurzen E-Mail nachfragen oder gemeinsam Ideen weiterentwickeln - dies ist nur durch einen guten und vertrauensvollen Austausch möglich. Ziel des Jungen Netzwerks ist es, Kolleginnen und Kollegen mit dem Attribut "weniger als zehn Jahre dabei" diesen Austausch über Landkreisgrenzen, Verwaltungsebenen und Aufgabengebieten hinweg einfacher und schneller zu ermöglichen. Darüber hinaus geht es auch darum, mit "der gleichen Sprache sprechend" vom vlb mit seiner ganzen (wo)man-power als unterstützendes Netzwerk zu profitieren. Einmal jährlich, meist im Frühjahr, findet ein Netzwerk-Treffen in wechselnden Regionen vor Ort zu unterschiedlichen Themen statt.


Ziele des vlb Jungen Netzwerkes

  • den Austausch unter den jungen Kolleginnen und Kollegen unkompliziert zu fördern
  • das Spektrum unserer vielfältigen Aufgaben kennenzulernen und wieder bewusst zu machen
  • den vlb als Berufsverband und unterstützendes Netzwerk zu erfahren

Im Landinfo Baden-Württemberg ist zur Netzwerkgründung im Sommer 2011 dazu ein Bericht veröffentlicht: Flagge zeigen - Treffen des vlb Jungen Netzwerks in Baden-Württemberg.


vlb Junge Netzwerk - Treffen

Treffen des vlb Jungen Netzwerks in Stuttgart 2016

 

Knackiges Gemüse und frische Ausbildungsinhalte

„800 Essen am Tag und Qualität“ sowie „Hauswirtschaft und zukunftsfähig“, dass diese Schlagworte jeweils sehr gut zusammen passen, davon überzeugte uns am Nachmittag des 13. Mai der Einblick in zwei Einrichtungen des Eigenbetriebes „leben&wohnen“ der Stadt Stuttgart.
Zunächst leistete Armin Storm, Leiter des „Kompetenz Center Küche“, bei der Führung durch die Großküche der Einrichtung „Haus Rohrer Höhe“ Überzeugungsarbeit. Die Küche in der „Rohrer Höhe“ ist die größte Produktionsküche des „Kompetenz Center Küche“. Im Cook and Chill-Verfahren wird täglich das Mittagessen, welches aus drei Wahlmenüs besteht, für neun Pflegeeinrichtungen mit Verteilerküchen sowie für weitere Einrichtungen produziert. Der scherzhaften Einladung von Herrn Storm, die Effizienz des mannshohen und begehbaren Schockfrosters, welcher die Speisen innerhalb von 90 Minuten auf 3°C herunterkühlt,  am eigenen Leib zu testen, wollte dann doch niemand nachkommen.

Knackiges, im Cook and Chill-Verfahren produziertes Gemüse. Da würde man am liebsten gleich zugreifen

Lieber bestaunten wir die frischen Farben der Speisenkomponenten, die den Prozess des Schockkühlens bereits hinter sich hatten, in den randvoll gefüllten Kühllagern. Für Herrn Storm war die Realisierung von kürzeren Warmhaltezeiten und damit eine Qualitätssteigerung der angebotenen Mahlzeiten ein wichtiger Punkt bei der Umstellung auf das Cook and Chill-Verfahren im Jahr 2008. Darüber hinaus ermöglicht die Vorausproduktion der einzelnen Speisenkomponenten neben einer guten Planbarkeit der Arbeitsorganisation Muse beim Kochen, da der Zeitdruck der klassischen Cook and Serve-Produktion entfällt. Denn Kreativität und Individualität ist Herrn Storm wichtig. Dies beginnt bei der selbst kreierten Salatsoße ohne „Pülverchen“ und endet bei zahlreichen Sonderveranstaltungen, bei welchen der Kreativität freien Lauf gelassen werden kann.

Beim Verkosten der Salatsoße ohne „Pülverchen“. Lecker

Viel Wert auf die Förderung der Kreativität und Eigeninitiative der Auszubildenden legt auch Cornelia Schwab, die Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin des „Generationenzentrums Sonnenberg“. Auszubildende, meist ist dies je Jahrgang ein/e Auszubildende/r, sollten auch einfach mal „machen dürfen“. Dies kann in Form von Projekten oder des selbständigen Ausprobierens und Übens in der eigens für diesen Zweck eingerichteten Lehrküche geschehen. Frau Schwab ist davon überzeugt, dass beispielsweise die Einrichtung einer einfachen Lehrküche in jedem anderen Ausbildungsbetrieb ebenso leicht zu realisieren ist. So durften wir uns vom Erfolg der Ausbildung selbst überzeugen und an einer frühlingshaft gedeckten Kaffeetafel Platz nehmen. Während wir einen Zitronenkuchen, selbstverständlich ebenfalls von den Auszubildenden angefertigt, genossen, diskutierten wir unter anderem die Zukunftschancen der Hauswirtschaft. Frau Schwab berichtete beispielhaft, dass bereits heute die verstärkte Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Leistungen seitens des betriebseigenen ambulanten Dienstes spürbar ist. Dieses und weitere Zukunftsfelder der Hauswirtschaft im Blick zu behalten, ist ihr ein Anliegen, um zukunftsfähig auszubilden.

Beim anschließenden gemütlichen Ausklang, ließen wir die Eindrücke Revue passieren und waren uns einig, dass der Nachmittag für alle anwesenden Kolleginnen äußerst interessant und gewinnbringend war, auch wenn oder gerade da der Fokus des jeweiligen Aufgabenbereichs momentan nicht bei allen im Bereich Hauswirtschaft und/oder Ausbildung liegt. Außerdem bot der Nachmittag vielfältige Austauschmöglichkeiten und so entstand eine rege Diskussion über berufliche Perspektiven und unterschiedliche Werdegänge. Auch die Fragen wie „Für was steht der vlb eigentlich?“ und „Was bringt mir eine Mitgliedschaft im vlb?“ konnten schnell und unkompliziert mit der Landesvorsitzenden Mareike Schubert und der Ansprechpartnerin fürs Junge Netzwerk Julia Locher geklärt werden.

Treffen des vlb Jungen Netzwerks auf der Slow Food Messe in Stuttgart 2015

„Gut, sauber und fair“, das ist das Motto des internationalen Vereins „Slow Food“. Mehr zu dieser Bewegung erfuhren acht junge Kolleginnen aus dem Sachgebiet Hauswirtschaft und Ernährung beim jährlichen Treffen des vlb Jungen Netzwerks im April.
Der ehemalige Leiter des Conviviums Freiburg Herr Mats Johansson berichtete von der Entstehung und den Zielen der Slow Food Bewegung. Diese entstand in den 80er Jahren in Italien und weitete sich seit den 90ern nach Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan, den Niederlanden, der Schweiz und den USA aus. Slow Food ist eine rein ehrenamtliche Organisation. Sie setzt sich dafür ein, „dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält“. In Deutschland umfasst die Bewegung derzeit 12.000 Mitglieder in rund 80 Convivien (lokalen Gruppen). Innerhalb der Convivien vor Ort finden verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema „Essen und Trinken“ statt. Im Mittelpunkt stehen stets Tradition, Genuss und Geselligkeit.
Mit dem Projekt „Arche des guten Geschmacks“ möchte Slow Food weltweit die biologische Vielfalt von Kultur- und Wildpflanzen sowie traditionelle Anbau- und Herstellungsverfahren vor dem „Aussterben“ bewahren. Hierfür wurde ein Katalog mit vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen, Nutzpflanzen und Lebensmitteln erstellt und es wird gezielt auf die Problematik aufmerksam gemacht.
Slow Food hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, landwirtschaftliche Betriebe und Restaurants zu listen, welche nach Slow Food Kriterien arbeiten. Die entsprechenden Betriebe sind auf der Homepage von Slow Food aufgeführt und die Restaurants landen im Slow Food Genussführer, der jährlich aktualisiert wird.
Großer Beliebtheit bei Kindergärten und Schulen erfreuen sich die Slow Mobile. Das sind Fahrzeuge mit eingebauter Küche und Essecke, in denen mit den Kindern gemeinsam gekocht und gegessen wird. Bei den Slow Mobilen handelt es sich um eigenständige Vereine, die der Slow Food Bewegung sehr nahe stehen. In Baden-Württemberg gibt es bisher zwei Slow Mobile, in Stuttgart und in Karlsruhe, in Freiburg soll demnächst eins gegründet werden.
Auch bei Slow Food Deutschland gibt es ein Junges Netzwerk – Slow Food Youth Network genannt. Dieses trifft sich bei „Schnippeldiskos“, in Studentenküchen und hat Unigärten ins Leben gerufen. Dabei stehen das Bewusstmachen unserer Wegwerfgesellschaft und der Spaß am gemeinschaftlichen Kochen im Vordergrund.
Im Gespräch wurde deutlich, dass es zwischen Slow Food und den Tätigkeiten unseres Sachgebiets Anknüpfungspunkte gibt. In ein paar Landkreisen fanden schon gemeinsame Veranstaltungen statt, teils auch auf „Slow-Food-Betrieben“. Das MLR lud im Rahmen von Blickpunkt Ernährung gemeinsam mit Brot für die Welt und Slow Food Deutschland 2013 zur „Genusstafel Brot“ auf dem Stuttgarter Schlossplatz ein.
Mit regionalen Spätzle von Alb-Gold und „Alb-Leisa“ (eins der Lebensmittel der Arche des Guten Geschmacks) bedankten wir uns bei Herrn Johannson für dieses interessante Gespräch. Zum Abschluss unseres Treffens genossen wir an der langen Tafel in den Messehallen gutes Essen in geselliger Runde – ganz im Sinne von Slow Food.

SlowFood Junges Netzwerk

Interesse?

Das Junge vlb-Netzwerk steht allen jüngeren Kolleginnen und Kollegen offen, die weniger als zehn Jahre in der Landwirtschaftsverwaltung dabei sind und sich aufgrund der Ausbildung und des Aufgabengebietes unkompliziert vernetzen möchten. Gemeinsame Treffen, ein- bis zweimal jährlich, in Verbindung mit einem fachlichen Input, Gesprächen und gemeinsamen Erlebnissen bieten die ideale Gelegenheit. Die Zukunft aktiv mitformen und gestalten ist eine Chance, die es zu nutzen gilt. Und das geht am besten im eigenen Berufsverband und mit einer Stimme.
Eine Mitgliedschaft im vlb ist keine Voraussetzung.

Ansprechpartnerin fürs Junge Netzwerk und für weitere Informationen

Julia Locher
LRA Zollernalbkreis
E-Mail:
Julia Locher